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"RAUHNACHT - 1985" |
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| Bild 21 | |
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| Die Pochermühlen früherer Jahrhunderte waren dringlichster Bestandteil der Glasproduktion, denn in ihnen wurde der Hauptbestandteil des Glases, der Quarz, zerkleinert und aufbereitet. Die Pocher, jahrein, jahraus dem knirschenden Pumpern der Quetschen und Hämmer ausgesetzt, waren meist taub, zumindest schwerhörig. Dazu kam noch der beizende Geruch des zuvor erhitzten Quarzes. Von einem Pocher wurde bekannt, dass er nebenbei noch eine Unmenge von Granat und Beryll im Quarzgemenge vorfand und man war allgemein der Meinung, dies könne nicht mit rechten Dingen zugehen. Man war der Meinung, er stünde mit der "Unteren Welt" mittels eines Kontraktes in Verbindung. Den Pocher scherte dieses Gerede wenig. Tag und Nacht, selbst am Sonntag hörte man die Pochermühle von weitem schon arbeiten. |
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Eines Tages war es still bei der Pochermühle und die vorbeiziehenden Handwerker und Fuhrleute kamen erst gar nicht drauf, was denn plötzlich anders sei. Erst nach einigen Tagen klärte sich das Fehlen des Geräusches. Von der Pochermühle stand nichts mehr, alles abgebrannt und zerborsten. Vom Pocher fehlte jede Spur. Nur im gemahlenen Quarzsand fand man hin und wieder einige Knochensplitter. Die Leute sagten, dass ihn wohl der Teufel geholt hätte und er nun seine Seite des Kontraktes erfüllen habe müssen. Von dieser Zeit an war in den Rauhnächten oftmals das Dröhnen der ehemaligen Pochermühle zu vernehmen. |
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aktualisiert am 30.11.05 von Prof. M. Dinnes - © by Dinnes.net
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