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"RAUHNACHT - 1985" |
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| Bild 19 | |
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| In den Rauhnächten war allgemein bekannt, dass es zum Drudendrucken kommen konnte. Dabei fuhr ein böser Geist in eine Weibs- oder Mannsperson, die dann als gefügiges Werkzeug des nächtens zu einem Schlafenden in die Kammer schlich, sich rittlings auf den Betreffenden hockte und, ausgestattet mit übermenschlichen Kräften, denselben würgte, dass ihm Hören und Sehen verging. Einem Einödbauern widerfuhr dieses Schicksal Nacht für Nacht und er wurde dabei schwach und schwächer. In seiner Not (er war derweil zum Skelett abgemagert) vertraute er sich einem Köhler an, von dem er wusste, dass der sich mit Spuk und Zauber auskennen würde und im Besitze eines "Schwarzbüchls" sei. Er trug dem Bauern auf, einen Schemel aus neunerlei Holz zu schnitzen und damit in die Christmetten zu gehen und sich darauf zu setzen. Er würde dann den Verantwortlichen seines Missgeschickes erkennen. Während der Metten erkannte er eine Frau aus dem Dorf, die ständig die Gestalt wechselte. Mal war sie die ganz normale Bauersfrau, dann wieder eine zottige Person - eine Drud. Die Drud spürte plötzlich, dass sie erkannt worden war von dem Einödbauern und starrte ihn hasserfüllt an. Aber der Köhler war auch in der Metten, ging danach als erster vor die Türe, zog mit Holzkohle einen Drudenfuß und ließ den Bauern hineinsteigen. Plötzlich begann der Drudenfuß zu glühen, der Bauer wollte hinausspringen aber der Köhler befahl ihm um alles in der Welt ja nicht aus dem Gebilde herauszusteigen. Als der Hahn krähte, war alles vorbei. Später, im nahen Dorf erkannte man, dass sich eines der Häuser in einen Felsen verwandelt hatte mit einer Höhle und einem Gatter vornweg. Drinnen meckerte eine rabenschwarze Geiß. | |
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aktualisiert am 30.11.05 von Prof. M. Dinnes - © by Dinnes.net
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