"RAUHNACHT - 1985"

 
Bild 12

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Von weitem schon hörte man das Aneinanderwetzen von Messern und eine dumpfe Stimme "I wetz, i wetz" in die Nacht rufen. Dann tauchte sie auf - Luzier mit dem blutigen Messer. In zerlumpten Gewändern, die Haare strähnig abstehend, am Rücken eine Buckelkiam voll Glasscherben. So schlich sie ums Haus mit schleifenden Schritten. Immer wieder der Spruch:" A Schüsserl voll Darm, a Mölterl voll Blut". Sie schlich ins Haus hinein bis vor die Türe zur  Stube und rief wieder: "Bauchaufschneiden, Bauchaufschneiden, Möltern voll Darm, Werg neistopfen, Werg neistopfen, wieder zammanahn."

 

 

Ein Kind am Luciatag wollte um alles in der Welt keine Ruhe geben, bis die Mutter sagte, sie würde der "bluatigen Luzier" rufen, sie solle das Kind mitnehmen. Das Kind hörte jedoch nicht auf diese Drohung und quengelte weiter. Da nahm die Mutter das Kind , hielt es zum geöffneten Fenster hinaus und rief nach der Luzier. Plötzlich kam ein Windstoß und entriss der Mutter das Kind. Es war nie mehr gesehen.

 

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aktualisiert am 30.11.05 von Prof. M. Dinnes    -   © by Dinnes.net