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"RAUHNACHT - 1985" |
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| Bild 08 | |
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die Rauhnächte ranken sind mündliche Überlieferung. Diejenigen, die
schreiben hätten können, saßen in den Klöstern oder bei den Grafen und
die hatten an derlei Bräuchen nicht nur kein Interesse, sondern von hier
aus wurde gegen dieses "Heidentum" angekämpft. Eine der
ältesten schriftlichen Belege um die Rauhnächte findet sich erst um 1630
in Rechnungsbüchern. In der Zeit der Aufklärung wurden Belege dieses
Treibens zwar gesammelt, doch je mehr man glaubte nachforschen zu müssen,
desto mehr verfiel die eigentliche Ausübung. Letztendlich stellten die
Rauhnächte nur noch eine Art Kindererziehungsmaßnahme dar. In der Zeit,
wo alles nach dem sogenannten "Nordischen" schrie, wurde dann
versucht, in den Rauhnächten altes kultisches Stammesgut zu sehen, als
"Born" von "Blutsbrüdern". Heute dienen diese
Geschichten um verwegene Geister und Gestalten meist als ein touristischer
Programmpunkt. Nur an wenigen Orten haben sich Bräuche erhalten, die
einfach so beibehalten wurden, wie sie sind. Meine Großmutter sagte:
"Glabn muaßt was und wennst nix glaubst, holt di der Deifi zwoamal."
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Mistelberg - Tryptichon II
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| In einer Einöde hausten zwei alte Schwestern, hoch betagt. Eines Morgens war eine der Schwestern verstorben. Darüber war die andere Schwester so entsetzt, das sie sich nicht mehr zu helfen wusste. Erst ein Nachbar verständigte den Totengräber. Die Schwester legte ein schwarzes Gewand an, legte sich auf das Sofa und schlief ein. Als der Totengräber kam, rief er ins Haus, aber er bekam keine Antwort. Er ging hinein ins Haus und fand auf dem Sofa eine schwarz gekleidete Frau vor. Der Totengräber nahm einen Meterstab, um Maß zu nehmen für den Sarg. Dann begann er mit Blumendraht die Hände zusammen zu binden, herzurichten für die Aufbahrung. Auf einmal reißt die Frau die Augen auf. Der Totengräber stürmt unter lautem Schreien zum Haus hinaus, die Frau schreit auch und will davon, kann aber nicht, weil Hände und Füße mit Blumendraht verflochten sind. | |
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aktualisiert am 30.11.05 von Prof. M. Dinnes - © by Dinnes.net
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