"RAUHNACHT - 1985"

 
Bild 06

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Drei Männer trafen sich in einer Rauhnacht um Gewehrkugeln zu gießen, denn mit solchen Kugeln ausgestattet fehlt man nicht sein Opfer. Als es Mitternacht  von ferne schlägt öffnet sich plötzlich der Boden mit grausigem Krachen und eine Gestalt, halb Vieh, halb Mensch erscheint. Die Drei erstarren vor Schreck und erst als der Morgen dämmert, fällt diese Starre ab. Der Eine legte sich im Fieberwahn ins Bett und starb kurz darauf ganz grausig, der Zweite erhängte sich am Dachboden und der Dritte verlor den Verstand und zündete sein Haus an. Dort fand man die verkohlte Leiche.

   

 

Das "Viechtwanger Prophetentaferl" entstand während des Schnapsbrennens bei der Nachbarin, der Stöcklbäuerin. Morgens kam der Zöllner und nahm die Plombe vom Brennkessel und erklärte aufgrund der Anzahl der Erwachsenen im Haushalt, sowie des Großviehbestandes käme er wieder am nächsten Tag um 5.00 Uhr nachmittags und würde den Kessel verschließen. Dann wäre die erlaubte Menge Schnaps wohl gebrannt. Dann fing es zu schneien an und es schneite ununterbrochen drei Tage lang. Das Tal war abgeschnitten, die erlaubte Schnapsmenge längst gebrannt. Es wurde weiter gebrannt - Tag und Nacht. Die Stöcklbäuerin ging ab und zu vors Haus und schickte ein Stoßgebet zum Himmel, dass es ja weiter schneie. Der Zöllner kam erst nach fünf Tagen. In diesem Jahr gab es auf dem Hof keinen Most, nur Schnaps

 

 

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aktualisiert am 30.11.05 von Prof. M. Dinnes    -   © by Dinnes.net