"RAUHNACHT - 1985"

 
Bild 05

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Unterm Jahr war er einfach der "damische Stoanhauer", der unentwegt vor sich hin brabbelte. Um Nikolaus verkleidete er sich als Krampus und keiner erkannte ihn wieder. Das Gesicht mit Rindsblut und Asche verzerrt, ein stinkendes Fetzengewand, das hinten nachschleifte und eine zentnerschwere Kette, die über den Flez rasselte. Es gab viele, die als Kinder von ihm schimpflichst verdroschen wurden.

An einem Wintermorgen fand man ihn im Steinbruchweiher, halb eingefroren und seine Leiche musste mit Äxten heraus gehackt werden. Niemand hat je erfahren, was eigentlich vorgefallen ist.

   

 

Das Viechtwanger Bauernhaus gehörte dem Gust´l, der sich stets mit Kunst umgab. Einem Bildhauer stellte er einmal ein Atelier in der Stadt zur Verfügung und der werkte dann monatelang an einer Skulptur herum, beschlug sie auch noch mit Bleiplatten und die Balken der Decke bogen sich bereits bedenklich. Als das Werk fertig war, ging es zu keiner Türe mehr hinaus. Es war zu groß und buchstäblich bleischwer. Gust´l ließ die Fassade des Hauses einreißen und mit einem Kran die Skulptur herausheben.

 

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aktualisiert am 30.11.05 von Prof. M. Dinnes    -   © by Dinnes.net