"RAUHNACHT - 1985"

 
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"Heut is d´ Rauhnacht, wer hats aufbracht? Drei alte Weiber und a alter Geiger und a alter Hennafuaß, den ma drei Tag siedn muaß. Kropfa heraus, Kropfa heraus, oder i stich enk a Loch ins Haus."

Rauhnächte waren auch Fasttage und am nächsten Morgen zogen vermummte Burschen durchs Dorf, streckten eine Heugabel durchs Fenster und verlangten  mit einem Vers meistens Schmalz - gebackenes. Andernorts nannte sich dieser Brauch das Küachelstechen. Manchmal kamen sich mehrere Gruppen in die Haare, was meistens in einer mordsmäßigen Prügelei endete.

   

Das "Viechtwanger Reliquiar" entstand im Winter im Bauernhaus. Ein Ochsenfiesl, ein Schleifstein, Dinge eben, die vergessen sind, wo man sich nicht einmal die Mühe macht, sie wegzuwerfen oder im Wald zu vergraben, erhalten neues Leben. Jetzt trotzen sie in der Winterkälte der "Wilden Jagd", die über den Schneefirn tobt.

 

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aktualisiert am 18.07.07   -   Prof. M. Dinnes   -   eMail: galerie (@) dinnes.net   -   © by Dinnes.net