"RAUHNACHT - 1985"

 
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Jetzt werden die Tage kürzer und der Frost klirrt an die Fensterscheiben, die mit Eisblumen übersät sind. Draußen toben die Winterstürme -  reißen Wolkengebilde im fahlen Mondschein über den Himmel. Man rückt jetzt näher zusammen, dorthin wo der Holzofen steht mit dem Wasserkessel, der vor sich hinsiedet. Das "Draußen" wird unheimlich -  und das beginnt vor der Türe. Das "Draußen" ist kalt und will einem ans Leder. Wer jetzt noch draußen ist, der ist verloren. Jetzt sind die Rauhnächte. Jetzt verlierst du Leib und Seele, wenn du nur einen Schritt zuviel wagst. Nimm dich in acht!

 

 

 

Das Viechtwanger Bauernhaus ist eine Einöde, Im Winter eingeschneit und man muss sich den Berg hinunter den Weg freischaufeln. Früher lebte hier ein Bauer, aber der erhängte sich an der Linde hinter dem Haus. Steif gefroren fand man ihn später. In der Nachbarschaft schrie einer immer wie ein Habicht und dann brüllte er die neuesten Nachrichten aus dem Radio durchs Tal.

 

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aktualisiert am 18.07.07   -   Prof. M. Dinnes   -   eMail: galerie (@) dinnes.net   -   © by Dinnes.net