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"HOMMAGE AN MOSTAR 1996 / 97"

Ein 40-teiliger Zyklus, entstanden im Atelier in Mostar und in Regensburg

 

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„HOMMAGE AN MOSTAR“

 1996 – 19987 entstand dieser 40-teilige Zyklus in Mostar und in Regensburg

Der Hintergrund dieses Werkes ist nicht der Krieg, sondern das historische Muster dieser Region.

Das zyklische Werk war bisher ausgestellt in:

 

1998   :   Boczanskj- Centar, Mostar, Bosnien / Herzegowina

                Städt. Museum „Leerer Beutel“, Regensburg

1999   :   Kamerni – Teatar, Sarajevo, Bosnien / Herzegowina

                                Kulturni – Centar, Makarska, Kroatien

2001   :   Haus der Begegnung – Dreifaltigkeitskirche, Ulm

1998 erschien das gleichnamige Buch „Hommage an Mostar“ als Kooperationsprojekt bei „SLOVO“- Druckerei und Verlagshaus, Mostar Vorwort: Hans Koschnick, ehemals EU- Administrator, Mostar Safet Orucevic, Bürgermeister von Mostar. Das Buch erschien dreisprachig: Deutsch – Bosnisch – Englisch. Übersetzungen: Prof. Dr. Milos Okuka, Susanne Strasser- Klotz M.A. ISBN 3-9306046-0-8

Hans Koschnick schreibt in seinem Vorwort: 

Manfred G. Dinnes – ein Leben zwischen Dialog und Kunst 

Die erste Begegnung mit Manfred Dinnes hatte ich 1994 in Mostar. Er war mit seinen Brücken- Leuten gekommen, um im stark angeschlagenen Ostteil der Stadt Aufbauhilfe zu leisten. Was erstaunte, war die bereits erfolgte Abstimmung in der Stadt mit einem Kreis in Mostar ansässiger Bürger. So entstand die Zusammenarbeit mit Manfred Dinnes, Dr. R. Burckhardt, Dr. F. Catovic, dem Journalisten Sven Widera, dem Techniker Salem Bubalo und unzähliger anderer. Dinnes wollte nicht „von oben herunterkommen“, sondern suchte ein gemeinsames Forum. Daraus resultierte auch die Art der Hilfeleistungen: Hilfe bei der Krankenhausversorgung, Laboreinrichtungen, ein kompletter Container- Kindergarten, dazwischen natürlich jede Art von Gütern, aber in der Hauptsache immer Hilfe zur Selbsthilfe. In präzisen Abständen tauchte dann Dinnes immer wieder bei mir im Hotel Ero auf, recherchierte, saugte jede Information auf und entwarf Pläne, die auch sofort in Handlungen umgesetzt wurden. Darüber hinaus berichtet er in zahllosen Presseartikeln über die Situation in Mostar.1995 hatte ich Gelegenheit, die Arbeitswelt von Dinnes näher kennen zu lernen. Damals übernahm ich die Präsentation seines neuen Buches „Sarajevo – ein bosnisches Tagebuch“ in Regensburg. Plötzlich stand vor mir der Künstler Dinnes mit seinem Werk. Ein Maler, der durch sein eigenes Werk, das geprägt ist von diffizilen Hintergrundmustern, Verantwortung bezieht, die sich im politischen wie im sozialen Engagement niederschreibt. Der real existierenden Situation stellt er seine Vorstellung gegenüber, gegenüber als Bild – und, wo er denkt, das alleine genüge nicht, handelt er. In dieser Wechselwirkung – einer Oszillation sind die Werke von Dinnes eine Standortbestimmung. Ab 1996 arbeitet Dinnes an konkreten Existenzgründungsmaßnahmen in Mostar. Hier ist es eine Druckerei, da eine Näherei, mal half er einer Forellenzucht, dann wieder liefert er Musikinstrumente für die Musikschule. Plötzlich sitzt er aber wieder in seinem Atelier in Mostar und malt. Bild um Bild. Nicht die Stadt, nicht die Menschen, die Situation. Der Austragungsort seines Schaffens ist nicht im Abbild zu finden – damit gibt er sich nicht zufrieden. Er verbindet jegliche Situation, den Zeitenfluss mit einbezogen, als Form zur Bildwerdung. Er selbst benützt seine Bildsprache, um daraus Verstehen zu lernen, nicht um Faktisches zu illustrieren.

„Wenn sie heute meine Bilder betrachten, werden sie vergeblich den Krieg und seine Ausformungen suchen. Ich bin nicht bereit, dem Krieg ein Forum durch die Kunst zu bieten, ihn sozusagen museumsreif zu machen. Kunst ist ein Feld, Möglichkeiten des Menschseins im Zusammenwirken auszuloten. Krieg bedeutet Verlust -–Verlust in allen Bereichen und damit auch Reduktion, geistige Beschneidung und Beendigung des Dialogs, der Dinge also, die wesentlicher Bestandteil von Kunst sind. Daraus resultiert auch meine Antwort auf diesen Krieg: Wenn ein Mensch verletzt ist, braucht er kein gemaltes Bild sondern eine Infusion“

 Solche Sätze sind ungewohnt von einem Mann, der seit drei Jahren unter doch schwierigsten Bedingungen in Bosnien- Herzegovina arbeitet. Der Denkansatz von Dinnes ist eben nicht dort, wo er sich gegen etwas entscheidet, sondern da , wo er für etwas eintritt. Dieses Eintreten setzt eine Weltschau voraus und das sagt er auch: „Die Wirklichkeit beginnt im Kopf“. Damit meint er aber die Verantwortung, die wir füreinander aufbringen, die es uns ermöglicht, ein Zusammenleben zu entwickeln, das dem Menschsein gerecht wird; was er mit Sicherheit nicht meint, ist die  Gültigkeit einmal gefundener Wahrheiten, die für alle Zeiten fortbestehen müssten. Dinnes als Europäer weiß um diese Gefahren, bezieht seine Erfahrungen aus einem Nachkriegs – Deutschland und sucht mit nach der Form eines gemeinsamen Europas. Er tat dies bereits 1978, als er zahlreiche europäische Künstler zu einem gemeinsamen Projekt „EUROPA AN DER SCHWELLE“ formierte und dieses Dialogprinzip durch Europa bewegte. Diese Ausstellung war übrigens auch in Bremen zu sehen, wo ich damals Bürgermeister war. Manfred Dinnes erinnert auch daran, dass es nach Ende des  2. Weltkrieges ein Marshallplan war, der den zügigen Wiederaufbau in Deutschland gestattete und das Land wieder Fuß fassen konnte in der internationalen Gemeinschaft. Für ihn besteht in dieser Tatsache auch eine Verpflichtung und nicht zuletzt deshalb ist Dinnes in Mostar und kämpft für den Dialog. Dinnes trägt diese Überlegungen weiter, trägt sie nach Bosnien- Herzegowina. Es geht ihm um Menschsein – nicht vorrangig um politische Wertungen oder Verurteilungen. Im Mai dieses Jahres wurde Dinnes an die  Dzemal Bijedic Universität in Mostar zum Professor für „Interkulturelle Zusammenarbeit“ berufen. Wer um die jahrelangen Bemühungen von Dinnes weiß, weiß auch, was sich hinter diesen Worten verbirgt. Bei der Bewältigung dieser zukünftigen Aufgabe wünsche ich viel Erfolg.

 Bremen im Juli 1997   

  Hans Koschnick

  Ehemaliger EU- Administrator in Mostar

                                                                     

                                                                                           

Einladungskarten zu den Ausstellungen in Mostar und Sarajevo

 

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aktualisiert am 31.08.05 von Prof. M. Dinnes    -   © by Dinnes.net