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"HOMMAGE AN MOSTAR 1996 / 97" Ein 40-teiliger Zyklus, entstanden im Atelier in Mostar und in Regensburg
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Johann von Asboth : „Wo sich die Aufständischen verschanzten“
„Bosnien
und Herzegovina, Reisebilder und Studien“, 1888 "Etwa
tausend Schritte südlich von Ulok ragt eine fast unübersteigbar
scheinende, viertausend Schritt lange Felsbastei bis zur Höhe von 1328
Meter empor, die Schwelle des „Tzervanj-Klantz“. Wenn wir dieselbe
überschreiten, sehen wir gleichsam als ihre Seitenhut am westlichen
Ende die Gvozd-, am östlichen die
Somina- Höhe aufgestellt. Etwas weiter nach vorne steht zwischen beiden
der Rücken des felsigen Panos. Ein förmliches System
der natürlichen Bollwerke in riesenhaften Dimensionen, und durch
künstliche noch verstärkt, denn die Spitzen der Somina krönen fünf
Kulas (Wehrtürme). Mehr als einmal wurden auch schon harte Sträuße um
diese Felsburg gefochten; der letzte im Februar des Jahres 1882 zwischen
unseren von Nevesinje und Gatzco kommenden Truppen und den bei Ulok
konzentrierten Truppen der Aufständischen aus der oberen Narentagegend
und der Zagorje, an deren Spitze die berühmtesten Führer, die
Commandire Ibrahim Beg Cengic und Salih Aga Forta, die Serdare (Heerführer)
Wascho Buva und Stojan Kovacevic u.s.w. standen.
Manche aus ihrer Reihe hatten uns soeben durch die Zagorje geleitet.
Andere wie Salih Aga Forta, Stojan Kovacevic, der ein gewöhnlicher Räuber
war, leben in Montenegro und in dem Sandschak.
Wenn wir von der Bastei dieser Felsburg, dem Tzervanj- Klanatz
ausblicken, schauen uns vom Westen die Tzervanj- Planina, vom Osten die
mehr als 1800 Meter hohen Spitzen der
Dumosch- Planina rauh entgegen, vor uns aber breitet sich eine
Landschaft aus, einzig in ihrer melancholischen Eintönigkeit: Die
Morinje. Bis
an die äußerste Grenze
des südlichen Horizontes dehnt sich ein leicht gewellter,
lebhaft grüner Fleck Erde, in welchem sich stellenweise weißliche
niedere Felsrippen hinziehen, und finstere Karstlöcher gähnen. Die
ganze Hochebene ist Felsboden von durchschnittlich 1300 m Höhe und mit
kurzen Gräsern dicht bewachsen, zwischen denen hie und da
der Gentian blaut. Kein Baum, kein Strauch, kein Merkzeichen
menschlicher Hände und Arbeit auf der ganzen, nach allen Richtungen
viele Meilen weite Fläche. Ihre einzige Quelle, an welcher unser Weg
vorbeiführt, ist die Paschina- Livada. Montenegrinische Hirten
versuchten hier eine armselige Niederlassung zu schaffen, aber auch
diese ging rasch zu Grunde und kaum sind noch Spuren derselben zu
finden. Sie vermochte sich in den schrecklichen Schneestürmen nicht zu
erhalten, die mit Ausnahme der Monate Juli und August das ganze Jahr
hindurch in der Morinje wüten, unerwartet entstehen und alles
verwüsten.
Dieser
Schneestürme, sowie auch der aus der Tzervanj- Planina herausbrechenden
hungrigen Wölfe wegen wird die Morinje im Winter für so gefährlich
gehalten, das sie nur mit Karawanen, die aus wenigstens 40 bis 50
Menschen bestehen, durchzogen wird. Unweit der Paschina- Livada ist noch
ein Punkt, der in dieser eintönigen, gleichförmigen Alpenwüste
wenigstens einen Namen hat: die Svatovske- Greblje,“hochzeitliche
Gräber“, zwischen Felsen und Karstlöchern eine große Gruppe alter
Grabsteine. Vor hundert Jahren, so geht die Sage, führt Omar Beg
Ljubovic seine Braut von Ulok nach Nevesinje durch die Einöde.An diesem
Punkt wurden sie von dem über die Dumosch- Planina und den fernen
Volujak daherjagenden Schneestürmen überrascht und Alle, der
Bräutigam und sämmtliche Hochzeitsgäste, mehr als 160 Helden gingen
zu Grunde; nur die Braut rettete sich wunderbarer Weise auf ihrem
prächtigen türkischen Pferde und geriet über den Bergrücken der
Tzervanj- Planina in die Ebene von Nevesinje hinab; eine traurige Braut,
Künderin des Todes.
Eine Fahrt von Mostar aus, zum 1300 m hohen Podvelez und weiter in die Morinje gleicht einer Reise in die Stille. Bis zu den Horizonten eine dürre Grasebene. Kein Strauch, kein Baum, nur der Wind. Knochenähnlich ziehen sich Karstkalkrippen durch dieses Land. Verstreut finden sich Friedhöfe, aber Lebende oder gar Dörfer nicht. Die liegen versteckt in Mulden. 1994 ist es gut, auf der Straße zu bleiben. Überall finden wir die Spuren von explodierten Minen.
aktualisiert am 31.08.05 von Prof. M. Dinnes - © by Dinnes.net
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