|
"HOMMAGE AN MOSTAR 1996 / 97" Ein 40-teiliger Zyklus, entstanden im Atelier in Mostar und in Regensburg
|
|
| [
Übersicht ] [ 1 ] [ 2
] [ 3 ] [ 4 ] [
5 ] [ 6 ] [
7 ] [ 8
] [ 9 ] [ 10
] [ Nachtrag ]
|
|
|
|
|
| In der wenigen Zeit, die Dinnes
während seiner Aufenthalte in Mostar verbleibt, zieht er sich zurück
in ein kleines Atelier, das ihm der Malerfreund Alica Jakirovic zur
Verfügung stellt. Hier entsteht in der Folgezeit ein großer Teil der
Bilder aus dem Zyklus: " Hommage an Mostar ". In dem kleinen
Hinterhof des Ateliers werden aber auch die nächsten Hilfsaktionen
geplant und manchmal treffen sich die Freunde, bleiben die ganze
Nacht, denn in Mostar ist Ausgangssperre, wegen der nächtlichen
Übergriffe. Immer wieder hört man Schüsse oder die Detonationen von
Granaten. Strom und Trinkwasser gibt es nur stundenweise.
|
| Der
Zyklus „Hommage an Mostar“, der 1996 und 1997 entsteht, ist in
gewisser Weise eine Fortsetzung des Werkes „West – Östlicher Divan“,
Hommage an Johann Wolfgang von Goethe, der 1990 in Pocitelj zum Teil
entstand. „Hommage an Mostar ist ein Bilderreigen, der nicht eine
Antwort darstellt auf die Geschehnisse der letzten Jahre. Dieses Werk
ist keine Reaktion auf den Kriegsschauplatz Mostar. Es ist eine
Rekonstruktion historischer Begebenheiten, von Erinnerungsfetzen, von
all dem, was in vielen Jahren in die Erfahrung einsickerte. Es ist aber
noch mehr – weil ein Bild immer mehr ist, als das was man sagen kann.
Ein Bild, das man sagen kann, ist kein Bild – es ist und bleibt ein
Sagen. Das Werk „Hommage an Mostar“ mag an diesen Ort erinnern,
einen von Geschehnissen durchtränkten Ort, an dem Dinnes seit Jahren
mit nicht üblichen Mitteln arbeitet, hilft, sehr großes Elend erfuhr
und mit den Menschen in kärglichsten Verhältnissen einfach lebte. In
dieser Zeit empfand sich Dinnes oft als „Zwischenweltler“, die
eigene Heimat wurde immer fremder und die Fremde immer
undurchschaubarer. Fragen und Hinterfragungen der einen Seite blieben
genauso im Dunkel, wie die der anderen Seite. Wenn Dinnes aus
Deutschland wegfährt, so
ist es nicht nur eine räumliche Trennung, als
er in Bosnien ankommt. In all den Jahren seiner Arbeit hier wie dort musste
er stets zweierlei Maß anlegen, etwas "verstehen" hatte nur
topographischen
Sinn, also begrenzt auf den jeweiligen Ort seiner Aufenthalte. Die
dadurch entstehende Zerrissenheit der Persönlichkeit stellte Dinnes bei
allen aus dem Ausland eingetroffenen Hilfskräften fest. Ob bei Soldaten
der IFOR, später den SFOR - Truppen, ob bei Helfern von Cap Anamour,
dem THW oder bei Journalisten der großen Presseagenturen. Diesem
Zustand der "Terra Inkognita" entzieht sich niemand und die
Fassungslosigkeit über das Geschehen hier in Bosnien -
Herzegovina ist unbeschreiblich.
„Hommage
an Mostar“ Ein
zyklisches Werk mit vierzig Exponaten
Entstanden
im Oktober 1996 bis März 1997 in
Regensburg und Mostar Eitempera,
Aquarell auf handgeschöpftem Bütten Orginalgröße
ca.: Breite – 410 mm, Höhe – 280 mm
|
|
|
|
Am rechten Ufer der Neretva lebt Safet, der seine Tage in einem kleinen, mühsam wieder aufgebauten Laden Antiqutäten anbietet. Seine Kunden sind Soldaten der UN- Truppen und er wartet stets auf die neuen Truppenkontingente die mit dem sechsmonatigen Austausch der Soldaten neue mögliche Kunden bringen. Safet spricht sehr gut deutsch, weiß viel über Geschichte und über Geschichten und Dinnes ist hier manchmal zu finden bei einem Mocca. |
|
|
|
aktualisiert am 31.08.05 von Prof. M. Dinnes - © by Dinnes.net
|