Zougraphou
Bereits an der Wende vom 9.
zum 10. Jahrhundert tauchen auf dem Athos die ersten Bulgaren auf.
Wann das Kloster erbaut wurde ist nicht sicher. Um 1200 wird es als
Kloster der Bulgaren benannt. Während der Unionsbestrebungen unter
Johannes Vekkos fielen dessen Anhänger 1276 sechsundzwanzig
Ordensleute in die Hände, die bei lebendigem Leib in dem Turm
verbrannt wurden, in den sie sich zu ihrem Schutz zurückgezogen
hatten. ( In der Nordwestecke des Klosters wurde 1873 ein
Antiunionistisches Denkmal zu Ehren dieser 26 Ordensleute errichtet
). Daraus mag ersehen werden, wie langatmig Geschichte auf dem Athos
gehandhabt wird. Zougraphou wurde einige Jahre später von den
Katalanen überfallen und ausgeplündert, anschließend in Brand
gesteckt. Unter der Herrschaft der Paäologenkaiser Andronikos II
bis Johannes V. konnte das Kloster wieder instand gesetzt werden.
Zur Zeit der türkischen Besatzung verfiel das Kloster immer mehr
und war nahezu verlassen. Erst ab 1502 bevölkerte sich das Kloster
wieder langsam. Die jetzigen Bauten stammen aus dem 18. und 19.
Jahrhundert. In der Kapelle „Maria Heimholung“ ( Kimissis ti
Theotoku) ist eine wundertätige Ikone vom Akathistos- Typ
aufbewahrt, die auf serbisch Khairovo (Gottesmutter des Grußes)
genannt wird. Sie soll einen Eisiedler vor den Unionisten gewarnt
haben, der zum Kloster eilte, worauf die meisten Mönche sich in den
Wäldern verbargen. Nicht aber eine Gruppe von 26 Mönchen, die samt
der Ikone sich im Turm verschanzten. Sie wurden alle verbrannt im
Turm, die Ikone jedoch blieb unverletzt.
Es
gibt keine andere Klostergeschichte auf dem Berg Athos, die so
verworren und schwer fassbar wäre, wie die des Bulgarenklosters
Zographou. Dieses Schicksal teilt das Kloster mit der Geschichte des
bulgarischen Volkes, das in Europa auch weitgehend unbekannt ist.
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