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Zu
einem Einsiedler kommen Fremde und fragen, was er aus seinem
Einsiedlertum für Erfahrungen ziehe. Der Einsiedler, im Begriff,
aus seiner Zisterne zu schöpfen, fördert das Wasser und bittet die
Fremden alsdann, einen Blick in die Tiefe der Zisterne zu tun. Was
sie dort sähen? Die Fremden blicken in die Zisterne hinab und
antworten: „Nichts!“ Nach einer Weile wiederholt der Einsiedel
die Frage, die Fremden blicken abermals in die Tiefe hinab, der
Einsiedel fragt wieder, die Fremden sagen: „Uns selber, unsere
Gesichter.“ Der Eremit sagt: „Weil ich förderte, war Unrast in
der Zisterne. Jetzt ist dort Ruhe und man kann sehn, was man ist.
Das ist die Erfahrung der Einsiedelei.“
Aus:
Erhart Kästner, Stundentrommel vom heiligen Berg Athos
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