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Hier auf 700 m Höhe
verzweigen sich die Wege im Schatten mächtiger Kastanienbäume
unter denen eine Quelle
verborgen liegt. Es ist die letzte Möglichkeit, die Wasserflaschen
zu füllen und eine Tasse Kaffee zu kochen, bevor wir in die gleißende
Mittagshitze des Eremos, der „schiefen Wüste“ weiter ziehen.
Ein Mönch auf einem Maultier taucht plötzlich aus dem Dunkel des
Waldes, wendet sofort den Blick von uns ab und bleibt stoisch so
verharrend, bis unsere Körper wieder verhüllt sind. Dann führt er
sein Tier zur Quelle, trinkt selber, ruft etwas in den Wald hinein
und verschwindet samt Muli Richtung Katounakia. Dann ächzt ein
weiterer Asket herbei, der, sichtlich abgekämpft, mit
Filzschaftstiefeln, verschwitzt und vollkommen außer Atem sich
buchstäblich in die Quelle stürzt, wieder und wieder. Dann
verschwindet er wortlos in die selbe Richtung, wie der Mönch. Eine
seltsame Begegnung, die viele Fragen offen lässt, aber das ist hier
auf dem Athos an der
Tagesordnung. Wir können derlei Begebenheiten nur registrieren,
verstehen werden wir sie nicht. Wir bleiben Zaungäste, obwohl wir
mitten im Geschehen wandern, bewirtet werden und teilhaben am Alltag
der Mönche.
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