| Athos 2001 | |||
| Bild 01 | |||
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"ATHOS 2001 / 01 - Kap Akrathos"
Alfenalm, Villgratental 24. VI. 2001 Asche, Phlogopyt auf Halbkreide, Eitempera, Aquarell auf handgeschöpftem Bütten ( h: 42 cm - b: 59 cm ) |
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Kap Akrathos – eine der zahlreichen Asketeria und Hesychasteria im unwegsamen Steilhang |
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Noch eine halbe Wegstunde von der Skiti Prodromou entfernt, wirft sich der ohnehin felsige Hang buchstäblich ins Meer mit einer unglaublich bizarren Vielfalt. Zackige Felsnadeln ragen aus Steinhängen, die ausgewundenen Bettüchern gleichen, verdreht, verbogen, geschunden. Riesige Marmorblöcke zeugen von Erdrutsch, Erdbeben und der unendlichen Vielfalt der Zeit. Dorniges Gestrüpp, karg und darauf bedacht sich in die Füße des Wanderers zu krallen oder ihm ins Gesicht zu peitschen drohen wuchert aus Felsspalten. Über diesem Szenario thront der Berg – der Athos, Aghion Oros. Hier ist der Treffpunkt der thrakischen Nordwinde aus dem Gebirge mit der östlichen Mittelmeertrift der sich in gewaltigen Stürmen entlädt. Hier ist auch der Ort, den seit Menschengedenken Mönche aufsuchen, um in der Art der Wüstenväter in Abgeschiedenheit, Einsamkeit und Entsagung ihr Leben einem einzigen Gebot unterwerfen: im Gebet, im immerwährenden Gebet eins zu werden mit der Schöpfung Gottes aus der sie stammen, in die sie wieder eingehen werden. In unerreichbaren Felsspalten, Nischen und Klüften, Wind und Wetter ausgesetzt verzehren sich diese Männer in ihrem Glauben. Zeit können sie keine vergeuden – diese hat für sie keine Bedeutung. Ihr Körper ist ihr Haus, nicht mehr. Diese Anachoreten, Hesychasten und Asketen bilden den Ursprung einer sich in späterer Zeit entwickelnden Klosterkultur. Nachdem jedoch Zeit, also auch Geschichte keine nennenswerte Rolle spielt verliert sich der Faden der Aufzeichnung im Dunkel der Zeitenstromes. Mindestens jedoch seit dem 8. Jahrhundert spielt sich hier das selbe Szenarium ab: ein Eremit sucht hier zwischen den Felsen trotz Hitze, Kälte und Entbehrung seinen zukünftigen Unterschlupf auf, stirbt hier irgendwann und ein neuer Eremit wird diese Tradition fortführen – irgendwann. Was bleibt, ist das Gedenken an den Vorgänger, eine Öllampe vielleicht, ein Trinkbecher und die Gewissheit einst einzugehen in das unfassbare Ganze eines göttlichen Planes. Dafür leben sie mit ihren Gebeten an diesem Ende des Planeten. |
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aktualisiert am 18.07.07 - Prof. M. Dinnes - eMail: galerie (@) dinnes.net - © by Dinnes.net
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