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              PROJEKT:"KAIROS"              

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Studie zur Wahrnehmungsphysiologie

Wahrnehmung und Falschnehmung von Raum und Zeit

  Dr. Nadim Sradj  / Prof. Manfred G. Dinnes

2002

       

 

 

BILD UND BEGRIFF 

 

 

Die infiltrative und assoziative Interpretationsmöglichkeit als

Ausgangspunkt und Modell für die  Verzeitlichung von Raum und Gegenstand erweitert die Potenz des Bildes in den Zeitgeist. Die Momentaufnahme einer Situation adaptiert sich  an das Dargestellte. Die Interaktion von Kunst und Wahrnehmungslehre  ist das Eindringen der Zeit in den Raum.

 

 

„Wirklichkeit beginnt im Kopf“

Über das Verhältnis von Wahrnehmung und Denken

  von Manfred G. Dinnes

 

An Stelle einer Einleitung

 

„Der kleinste Stein noch , birgt jegliche Antwort in sich, welche dein Fragen umreißen könnte. Jeder Halm, jegliches Geziefer – eine Meereswoge. Der kleinste Teil von „Welt“ birgt alle Antworten, weil er Repräsentant von Welt ist, weil das Ganze in ihm wirkt. Verborgen bleibt nur das, von dem du nicht verstehst die richtige Frage zu formulieren. Dann legst du achtlos den Stein beiseite, ohne Bedauern zerquetscht die Blume unter deinem Fuß, eine Mücke stört – die Woge flößt Angst ein. Frage und Antwort sind filigrane Gebilde und die Richtung ihres Auftauchens ist im Voraus nicht zu ahnen. Wir sind in der Regel gewohnt, nur jenes anzufragen, von dem Antworten zu erwarten sind, die unser bisheriges Denken bestätigen. Erscheint uns eine Antwort unverständlich, so wird die Frage nicht revidiert. Nein – sie wird wiederholt, und wieder, und wird hinausgebrüllt: Dann breitet sich zuerst eine stille Leere aus wie bei einem Sog, der kurz bevorsteht. Schließlich erhalten wir verzerrte Gebilde wie bei einem Echo, welche wir fälschlicherweise für Antworten halten. Dabei sind sie nichts anderes, als verzerrte Fragmente unserer Frage, gebrochen von tausend Graten – unverständlich. An diesen Fragmenten ergötzen wir uns – glauben Antworten in Händen zu halten und dabei sind es nur Zerrbilder der eigenen Stagnation. Dieser Vorgang wiederholt und wiederholt sich, bis so etwas „Drohend- Turmhaft“ entsteht – ein Rätselturm. Dieser birgt keine einzige echte Antwort, besteht er doch nur aus den eigenen verzerrten Fragefragmenten. Aber er ist mächtig, dieser Rätselturm – und man vertraut ihm, weil an ihn geglaubt wird.

Richtige Antworten liegen derweil überall – in jedem Stein, in jedem Blatt, in jedem Stern, der vom Himmel leuchtet...“

 

Dieser kurze Eintrag findet sich in meinem Tagebuch im Jahre 1990, zu einer Zeit, in der ich an dem Werk „Der West –Östliche Divan“, einer Hommage an Johann Wolfgang v. Goethe arbeite, in einem Land, in dem nur zwei Monate später ein alles verheerender Krieg ausbrechen wird, in Bosnien. Die Bedeutung dieser wenigen Sätze wurde in rasender Eile von der Gegenwart eingeholt in einem Maße, welche jede Vorstellung in den Schatten stellt.

 

„Gottes ist der Orient!

Gottes ist der Okzident!

 Nord- und südliches Gelände 

     Ruht im Frieden seiner Hände.“

 

 

 

„Nord und West und Süd zersplittern,

Throne bersten, Reiche zittern,

Flüchte du, im reinen Osten

Patriarchenluft zu kosten,

Unter Lieben, Trinken, Singen

Soll dich Chisers Quell verjüngen.“  

 

„Wer sich selbst und andre kennt,

Wird auch hier erkennen

Orient und Okzident

Sind nicht mehr zu trennen.

  Sinnig zwischen beiden Welten

Sich zu wiegen, lass´ ich gelten;

Also zwischen Ost und Westen

Sich bewegen sei zum Besten."

 

 

Das Netz an Erfahrungen, an Erlebtem, der Wahrnehmungen und der Beziehungen untereinander postuliert sich im Bild. Dieser Vorgang ist ein dynamischer Prozess. Wahrnehmung und Denken bedingen sich gegenseitig, d. h., der Denkapparat bezieht seine Quellen aus der Wahrnehmung, andererseits wird die Wahrnehmung kontrolliert durch das Denken. Während  Denken eher als etwas statisches zu betrachten ist, wird über die Wahrnehmung eine dynamische Kategorie dem Denken zugeführt. Nur über die Abstraktion können beide Mechanismen miteinander verbunden sein. Nimmt eine dieser Funktionen überhand, kommt es zu Fehlleistungen. Durch bloßes Anstarren gewinne ich keine Begrifflichkeit vom Gegenstand. Ebenso wird durch das Denken allein eine Stagnation, die sich auf Einfachstheit zurückzieht, postuliert.

 

„Wer wird von der Welt verlangen,

Was sie selbst vermisst und träumet,

Rückwärts oder seitwärts blickend

Stets den Tag des Tags versäumet?

Ihr Bemühn, ihr guter Wille

Hinkt nur nach dem raschen Leben,

Und was du vor Jahren brauchtest,

Möchte sie dir heute geben.“

 

„Betrübt euch nicht, ihr guten Seelen!

Denn wer nicht fehlt, weiß wohl, wenn andre fehlen;

Allein wer fehlt, der ist erst recht daran,

Er weiß nun deutlich, wie sie wohl getan.“

 

Mir, als Findendem – nicht als Suchendem, wird die Notwendigkeit der Bildwerdung zum Sammelpunkt einer in Farbe, Form und Komposition gebrachten Ordnung. Einer Ordnung jedoch, die sich stets verändert, einer Ordnung die die gebrochene Form in ihrer Wandelbarkeit anerkennt. Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges fließen zusammen in einen Punkt, der zeitlos ist – weil er nun selbst Zeit ist.

 

Wirklichkeit beginnt im Kopf, und nicht das Wort steht am Anfang, sondern das Bild. Nur was ich wahrzunehmen vermag, kann ich definieren, kann dem einen Begriff verleihen, was mir als Gegenüber in Erscheinung tritt. Der Inhalt der Bildwerdung ist der Gang des Geistes, der mit der Existenz unmittelbar verbunden ist durch die Handlung. Die Vorstellung, das Bild müsse das zum Ausdruck bringen, was sich als gemeinsamer Nenner in Form von Wiedererkennbarkeit bestätigt, bedeutet Stagnation des Geistes, führt nicht zu größerer Wahrnehmung, sondern zu trivialer Falschnehmung. Das Bild ist nicht Bestätigung des eigenen Seins in Welt, sonder bedeutet Welt, die durch das Sein erfahrbar wird. Das Vermögen des menschlichen Geistes besteht darin, sich ein Bild zu machen, an dem er Orientierung findet. Dieses „Sich ein Bild machen“ ist ein immerwährender Prozess. „Panta rhei“, sagt Heraklit – „Alles ist in Fluss.“ Auch unsere Denkwelt ist hier mit einzubeziehen in diese Bewegung. Bewegung aber bedeutet Veränderung. Wir bewegen uns innerhalb der bewegten Welt, sind Teil von ihr, ebenso wie Welt ein Teil von uns ist. Ein Wahrnehmungsakt ist nie isoliert; er ist nur die jüngste Phase eines Ablaufs unendlich vieler ähnlicher Akte, die in der Vergangenheit ausgeführt wurden und im Gedächtnis fortleben. Und ebenso werden zukünftige Wahrnehmungen von den gegenwärtigen vorgeformt, die ihrerseits aufgespeichert und den ihnen vorhergehenden angepasst worden sind. Wahrnehmung und Denken bedingen sich gegenseitig, d. h., einerseits muss der Denkapparat ständig mit der Außenwelt über seine Sinne in Verbindung stehen, andererseits muss das zu Wahrnehmende bereits während des Vorganges so behandelt werden, das es für das Denken brauchbar ist. Wäre es anders, so entglitte bereits beim Wahrnehmen die ungeheuere Fülle von Sinneseindrücken in die Orientierungslosigkeit. Einmal bestehende Wahrnehmungsinhalte müssen also zwangsläufig auf eine gemeinsame Basis hin korrigiert werden in dem Moment, wo eine neue Wahrnehmung aufgenommen wird.

 

Das Verständnis der eigenen Existenz des Menschen in seinem Umfeld wird nicht dadurch begreifbar, dass er Rückgriffe auf bestehende Bilder vornimmt. Auf diese Weise illustriert sich das Individuum im bereits Bestehendem, verkarrikiert sich bis zur Wahrnehmungssperre. Dies ist dann eine Welt der Ismen, die längst von der jeweiligen Gegenwart überholt wurde, an der aber festgehalten wird. Geschichte wird dadurch nicht lebendig, sondern der Mensch dieser Gesellschaften bezeugt eher, das er kein Geschichtsbewusstsein vorzuweisen hat. Dieses Diktat der vorgeformten, zementierten Begrifflichkeiten führt zu einer Versorgungsmentalität in allen gesellschaftlichen Prozessen. Die Freiheit einer Gesellschaft und der Kunst besteht jedoch darin, Inhalte der Wahrnehmung und das Denken zu verknüpfen -  sinnvoll zu verknüpfen.

 

 

„Hochbeglückt in deiner Liebe,

Schelt´ ich nicht Gelegenheit;

Ward sie auch an dir zum Diebe,

Wie mich solch ein Raub erfreut.

 

Und wozu denn auch berauben?

Gib dich mir aus freier Wahl;

Gar zu gerne möcht´ ich glauben –

Ja, ich bin´s, die dich bestahl:  

 

 

Was so willig du gegeben,

Bringt dir herrlichen Gewinn,

Meine Ruh´, mein reiches Leben

Geb´ ich freudig, nimm es hin!

 

Scherze nicht! Nichts von Verarmen!

Macht uns nicht die Liebe reich?

Halt´ ich dich in meinen Armen,

Jedem Glück ist meines gleich.“

 

Im Juli 1990 beginnt Dinnes mit dem Werk „Der West Östliche Divan“, eine Hommage an Johann Wolfgang von Goethe. Hier in Pocitelj an der Neretva, unweit von Mostar ist es die Ruhe und Abgeschiedenheit, die es erlaubt, in der nötigen Konzentration ein Werk zu erstellen, das für die nächsten Monate das Leben des Malers bestimmen wird. Hier, am Schnittpunkt mannigfaltiger Kulturkreise, die weit in die Vergangenheit reichen, die sich wie bei einem Wirbel gegenseitig überlagern, bis die Dinge nicht mehr durchschaubar sind, nicht mehr erkennbar ist, was Ursache und was Wirkung ist, versucht Dinnes systematisch aus seinem Bildnerischen Denken heraus Antworten zu finden. Es entsteht Bild um Bild, wie Perlen auf eine Schnur gereiht. Keine Illustration der Gegebenheiten, nicht das visuell "Augen - Scheinliche", sondern ein Impuls der zum Sammelpunkt der Vielfalt des Vokabulars des Lebens selbst wird. Genau hier ist die Schnittstelle zu suchen, weshalb Dinnes dieses Werk Johann Wolfgang von Goethe widmet. Ein kosmopolitischer Geist, der zusammenfügt was bis dato unvorstellbar, der Fragen aufwirft, wo niemand Bedarf vermutet. Bei Dinnes sind es Bildwerke, die eine Ahnung von Zeittriften zum Erscheinen bringen. Ohne Pathos und ohne erhobenem Zeigefinger.  

Der „West – Östliche Divan“  Hommage an Johann Wolfgang von Goethe Ein zyklisches Werk bestehend aus vierzig Exponaten Entstanden im Zeitraum Juni bis Oktober 1990 Pociteli / Herzegovina, Lago di Bolsena / Latium, Sutri / Latium, Monterigione / Toskana, Castiglione della Pescaia / Toskana, La Punt / Engadin, Obermühl / Austria ( Schlögener Donauschleife ) Eitempera, Kaseintempera, Kreide, Aquarell auf grundiertem Bütten, Halbkreidegrund mit Störleim, Pigmente in Emulsion gelöst. Orginalgröße ca.: Höhe – 640mm, Breite – 760 mm

Das zyklische Werk war bisher ausgestellt in: 1990   :  Galerija Novi Hram, Sarajevo   1990   :   Kunststation Kleinsassen / Rhön  1991   :   Bischöfliches Ordinariat, Regensburg ; II. Kunsttage, Gelnhausen ; 1992   :   Oberpfälzer Künstlerhaus, Kebbl- Villa, Schwandorf ; 1992   :    Das Ukrainische Passagierschiff MS- Moldavia wird  zur schwimmenden Galerie und fährt die Donau bis zur Mündung. Ausstellungsstationen sind:Passau – Linz – Wien – Bratislawa – Budapest – Calafat – Giurgiou – Ismail. 1993    :   West-Ost Museum, Odessa,UkraineKunst- und Kulturhaus, Cherson, Ukraine 1994    :   Kulturhaus, Nikolaew, Ukraine ; Städt. Museum, Charkow, Ukraine ; Ukrainisches Kunsthaus, Kiew, Ukraine ; 1995    :   Galerie des Kunst- u. Gewerbevereins, Regensburg ; 1996    :   Galerie Burg Podsreda, Kozjanski Park, Slowenien ; 2001    :   Haus der Begegnung / Dreifaltigkeitskirche, Ulm 

                                         

1995 erschien dieser Zyklus in Buchform im MITTELBAYERISCHEN BUCH UND VERLAGSHAUS, REGENSBURG unter dem Titel: SARAJEWO – ein bosnisches Tagebuch

    ISBN 3-927529-01-X

 

Aus einer solchen Konstellation erwachsen die Gedankenbilder, ohne die der Mensch nicht auskommt. Diese innere Schau erzeugt eine Einstellung, die einer möglichen Struktur der Dinge ein mögliches Bild von Welt zur Seite stellt. Innerhalb dieses Faktorennetzes bewege ich mich als Maler. Es ist der forschende Geist, der Resultate zeitigt, mit denen wir VERSTEHEN lernen.

 

Die Kategorisierungen innerhalb meiner Bildwerdungen deuten auf jene Schnittstellen menschlichen Geistes, an denen sich Idee formiert – geboren wird. „Ich male meine Antworten dem Leben entgegen“ bedeutet die Akzeptanz der Handlungsbereitschaft, die über das bloße Kunstwerk hinausreicht, das eigene Dasein, die Lebensform selbst mit einbezieht. Dieses Humanum wird im Kunstwerk formiert, existent jedoch muss es im Menschsein werden. Der Mensch ist der Schauplatz der Dinge, die er als Idee entwirft, als Bild formiert und als Modell entwickelt.

 

Die hier vorgestellte Arbeit „Wahrnehmung und Falschnehmung der Zeit“ Ist eine interdisziplinäre Arbeit, entstanden aus einem Dialog zwischen Dr. Nadim Sradj und Prof. Manfred G. Dinnes unter Berücksichtigung interkultureller Aspekte.

 

 

BILD UND BEGRIFF I.

"Angeborene und künstliche Orientierung"

Der Pfeil der Zeit zeigt die Richtung des artifiziellen Fortschritts mit Geschwindigkeit nach oben. Der moderne Mensch ist in eine Höhle der Technowissenschaft numerisch eingeschlossen. Doch diese Tendenz ist in sich gespalten. Der große Pfeil zeigt inneren Widerspruch und Widerstand an. Die Gegenbewegung geht in Richtung einer animalisch freieren Umwelt. Der Blick der zentralen Figur zielt auf die Natursphäre.  

 

Picture and Notion I

Congenital and artificial orientation“

The arrow of time shows upwards the direction of an artificial progress with increasing speed. Modern man is imprisoned in a cavern of  techno-sciences and defined by numbers and measurabilities. But the arrow, being divided indicates an inner paradoxy and resistance.  The downward tendency implies the intense desire for an unsophisticated environment. The glance of the person in the center of the picture is for the sphere of nature.

 Conception, idea and realisation by Dr. Nadim Sradj and Prof. Manfred G. Dinnes  -  Copyright by Sradj / Dinnes 2002

 

 

BILD UND BEGRIFF II.

"MACHT EUCH DIE ERDE UNTERTAN"

Der Dämon blickt zerstörerisch nach unten auf ein Beinhaus. Die Figur (rechts) mit großem Mund verschlingt die geometrisch eingeengte, zu Sand gewordene Natur

 

Picture and Notion II

„Subdue the Earth !“

The demon looks destructively at a burial ground. The Anthropophag  (figure at the right) swallows the geometrical limited and devitalized nature.

 Conception, idea and realisation by Dr. Nadim Sradj and Prof. Manfred G. Dinnes  -  Copyright by Sradj / Dinnes 2002

 

 

 

BILD UND BEGRIFF III.

"DAS ENDE DER GESCHICHTLICHEN ZEIT“ (Hegel, Fukuyama)

 Die gierigen Blicke des Massenmenschen überschreiten das Mäßige ins Unendliche. Die Zeit verrinnt (Sanduhr) ins Bodenlose, ins Leere. Jedes Unendliche ist am Ende unfassbar und damit sinnlos. Uhren mit Zeigern ohne Zahlen, deren Zeiger die Fläche überschreiten, sind bestimmungslos und bedeutungslos. Die Wirklichkeit ist gekappt auf eine diffuse, undifferenzierte Homogenität. Wunschzeiten und Wunschräume verlieren sich in der Monotonie der Fläche.  

 

Picture and Notion  III

 „The End of the historical Time“ (Hegel , Fukuyama)

Anonymous faces of mass-men look eagerly overstepping all bounds to the infinite. Time flies (hour-glass) into the bottomless, into the emptiness. Every infinite is uncomprehensible and finally senseless. Clocks without numbers  are uncertain and useless. Reality seems to be reduced to an indifferent homogenity.  Imagination of space and time disperses in a monotonous surface.

 Conception, idea and realisation by Dr. Nadim Sradj and Prof. Manfred G. Dinnes  -  Copyright by Sradj / Dinnes 2002

 

 

BILD UND BEGRIFF IV.

”DER BÖRSENBULLE UND DIE GIER..."

Das Gehörn symbolisiert das Unendliche, das Vorgegebene, das zweite Unendliche das Mehr-Haben-Wollen. Die Nullen sind Ausgangspunkte des verarmten Menschen, der das Höchste, das Utopische, erstrebt. Der Rechner ist das Instrumentarium, welcher diktiert, welchem Prinzip er sich unterwerfen soll. Das Tierische im  Kopf des (liegenden) Menschen hat nur ein Ziel: das Materielle, dargestellt als Dollar ($).  

 

Picture and Notion IV

 „The bull of the stock exchange and its avidity“

   The horns symbolize the infinite of greed for profit. The zeros (0) signify the starting - point of a poor man who aspirates the maximum, the utopian.  The calculating-machine is the instrument that determines to which principles we submit ourselves. The head of the bird penetrates the head of a person who is aiming at gathering up dollars.

 Conception, idea and realisation by Dr. Nadim Sradj and Prof. Manfred G. Dinnes  -  Copyright by Sradj / Dinnes 2002

 

 BILD UND BEGRIFF V.

HOMMAGE AN HERBERT MARCUSES „DER EINDIMENSIONALE MENSCH"

 Der dumpfe Blick des eindimensionalen Menschen zeigt die Phantasielosigkeit und    Rigidität des sogenannten Fachidioten (I), eingeengt in Skalen, deren Ausgangspunkte (0) beliebig austauschbar sind. Das große Koordinatensystem mit Gradeinteilungen ohne Zahlen verdeutlicht die Hegemonie des Quantitativen. Nur das Messbare ist das Alleingültige. Die drei unterschiedlichen Maßstäbe (1), symbolisieren die Inkonsequenz der Denkmethoden. Erkenntnis und Interesse werden nach Bedarf instrumentalisiert.

 

Picture and notion V

„Homage to Herbert Marcuse’s Work ‘The one-dimensional man’ “ (1964) 

The dull expression of his eyes shows that the one-dimensional man has an obvious lack of imagination. The rigidity of this so-called specialized idiot (Fachidiot) is symbolized by scales. The graduation around him has several different starting points (0 = zero) which are interchangeable at will. To the one-dimensional man, only measurable things are valid. The 3 different units of measure (1,1,1,) symbolize the arbitrariness  of his reasoning. He is utilizing recognition and interest to his advantage.

 Conception, idea and realisation by Dr. Nadim Sradj and Prof. Manfred G. Dinnes  -  Copyright by Sradj / Dinnes 2002

 

 

BILD UND BEGRIFF VI.

 „DIE ACHSE DES BÖSEN ODER DER DESPOT HUSSEIN S:“

Die schräge exzentrische Achse gibt die Position des Despoten an: alles Denken und Trachten dreht sich um die grenzenlose Gier, seinen Willen  zur Macht durchzusetzen ohne Rücksicht auf die Zahl seiner Opfer. Sein Blick ist leer, die Zähne verbissen, der gesamte Gesichtsausdruck deutet auf Unersättlichkeit und Unbarmherzigkeit hin. Die Leichen im Kopf verraten seine Gedanken. Der Blick des Gerechten (am rechten Bildrand) weist auf einen kritischen Beobachter hin, der nicht vergisst und Untaten nicht verjähren lässt. Auch der Richter entgeht nicht dem Urteil der Gerechtigkeit.  

 

Picture and notion VI

 „The axis of evil - the despot husein s.“

The oblique axis crossing the head shows the eccentric position of the despot: his entire thinking and his sole object is focussed at unlimited greed. He enforces his will to power neglecting the number of his victims. His gaze is malicious, his teeth look violent, his whole face expresses insatiability and cruelty. The dead bodies in his head reveal his way of thinking. The righteous man at the right side of the picture observes critically the crimes which are not prescriptible and will never be forgotten. Even the judge will not get away from the verdict of justice.   

Conception, idea and realisation by Dr. Nadim Sradj and Prof. Manfred G. Dinnes  -  © Copyright by Sradj / Dinnes 2002

 

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aktualisiert am 31.08.05 von Prof. M. Dinnes    -   © by Dinnes.net