projekt "KAIROS"       

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Neu: Ab 04. Oktober 2003

Exhibition: KUFA GALLERY, LONDON

 Neu: 15. -19. November 2003

Ausstellung: Bundesparteitag der SPD in Bochum

 

Veroeffentlichung: Vol. 12, Nr.3/2002, 

Dez. 2002

http://www.arabmed.de/zeitschrift/majalla0302/Zeitschrift0302.htm

 

19th annual conference of the arab medical union in europe (arabmed - ngo) Churchill Intercontinental hotel london,  27th - 29 th september 2002

 President: Dr. H. Naggar, Conference Chair: Dr. A. Hosin  

 

Acknowledgement and Appreciation to all delegates attended  the recent

Annual Conference of the

Arab Medical Union in Europe, London, September 27th-29th, 2002

 

I am writing to express my sincere thanks and gratitude to all our delegates, speakers, guests of honour and representative of Arab Medical Associations and Pharmaceutical Companies who attended and contributed to the success of the 19th Annual Conference help in London, between 27th- 29th September 2002. The chair of the 19th Annual Conference of the Arab Medical Union in Europe also wishes to thank Dr. Faidi Omar Mahmoud ( Chair of Arab Med Scientific Committee) for offering his expertise and generous time to the production and organising the scientific programme of the conference. Special thanks are also due to Dr. M. Khayat and Dr. K. Sara of the WHO (Representative of the Regional Office for the Eastern Mediterranean) for their participation and contribution to the conference. I would like to extend my thanks for all our members and their families who attended the conference from Germany, France, Italy, UAE, Egypt, Syria, Palestine, Jordan, Tunisia, Saudi Arabia, Qatar, Iraq and the U.K. Particular thanks are also due to Mr Mahmoud Zain and Dr. Mahmoud Sultan, Miss Suwsan Hakim and Miss Amina Bayatti who worked very hard and managed the conference registration desk.

Finally, I am grateful to Dr. Nadim Sradj and Professor M. Dinnes (Germany) for their poster exhibition contribution an apperception and malperception of space and time from pathological to aesthetically metamorphosisi. Their contribution shows the extent of links between cognitive neuroscience, medial science, art, geometrical science and applied normal and abnormal psychology.

Last and not least, many thanks to Dr. Hassan Nagar President of the Arab Medical Union in Europe for his dedication, patience and cooperation throughout the planning and preparation of  our annual the conference.

 Dr. Amer Hosin

Chair of the 19th Annual Conference of the Arab Medical Union in Europe held in London September 27th- 29th, 2002

PERCEPTION AND MALPERCEPTION OF SPACE AND TIME

from Pathological to Aesthetical Metamorphosis

 by

Prof. M. Dinnes and Dr. N. Sradj (Germany)

 

Manfred G. Dinnes: "DIVINA COMMEDIA, INFERNO I - IV, 2002

 (Zyklus from 90 pictures)

 

The starting point of this study is the metamorphopsis seen by patients suffering from macular degeneration. Visual malperception enlarges the conventional three-dimensional Euclid space and the onedimensional time into a pluri- dimensional non- Euclidean space (hyperbolic, spherical, fractal) and two- dimensional time (kinesis = movement, metabole = change). Science and art give impulses to question limits and norms disclosing new horizons of existence. Regarding geometrical elements like point, line, plane, numbers and symbols, we can go beyond reality. The aim of abstract art is to recognise the world as a whole, as a vision, or as pure idea. Diagnosis of time means the review of our relation to history and nature. Can we make time reversible to forecast future as we determine the laws of nature? We are all asked to learn from scientific revolutions more than from historical events or persons. Understanding dimensions of time and space can lead us to better orientation in a changing world.

 

Dr. Nadim Sradj & Prof. Manfred G. Dinnes: "POLYAXIAL CHRONOMETERS, 2002"

 

 

Prof. Manfred G. Dinnes

contact:

dinnes@surfeu.de

[ zur Biographie ]

 

 

Dr. Nadim Sradj

contact:

sradj@gmx.de

www.macula-degeneration.de

 

Samstag, 23. November 2002

Ästhetik jenseits der Grenzen

Von Dalis Beugung zur Überwindung von Linien und Barrieren:     Die Wahrnehmung von Raum und Zeit ist im Umbruch

Von Mario Kunzendorf

REGENSBURG. Eigentlich untersucht die Studie die strukturelle Vereinfachung. Der Mensch gaukelt sich vor, es gäbe Gewissheiten – neben jener, dass der Geburt der Tod folgt. Die alltägliche Wahrnehmung aber geht über solche Gewissheiten, geht über die bloße Abbildung durch das Auge hinaus. Eine Aufklärung durch einen Blick- und Bewusstseinswandel tut also not.

Prof. Manfred G. Dinnes (links) und Dr. Nadim Sradj

Eine Wahrnehmung, bei jedem anders „Wahrnehmung und Falschnehmung von Raum und Zeit“: Eine Studie überwindet Grenzen der Theorie

Die Westfassade des Domes zu Regensburg:

Anhand einer bestehenden Baukonzeption wird hier versucht, ein und das selbe Thema in andere Geometrieebenen zu transportieren. Es handelt sich um eine geometrische Verwandlung des Gegenstandes von der Euklidischen über die Hyperbolische und Sphärischen bis hin zur Meta- Euklidischen Geometrieebene. Dieses Beispiel bedingt sich selbst noch an einer bestehenden Substanz.

Gestaltung: Manfred G. Dinnes, 1991

 

 

Die „Wirklichkeiten“: Wie viele gibt es? Wie viele erkennen wir? Welche ist falsch, welche wahr? Wer entscheidet das? Fragen wie diese beantworten der Regensburger Augenarzt Nadim Sradj und der St. Johanner Maler Manfred Dinnes. Ende September 2002 stellte das Duo seine Arbeit „Wahrnehmung und Falschnehmung von Raum und Zeit“ im Rahmen der Jahrestagung der medizinischen Union der arabischen Länder in London vor. Weitere Anfragen zur Präsentation der Studie folgten, etwa aus Mailand, etwa aus Paris.

Die Studie bricht nicht mit gängigen Definitionen von Wahrnehmung. Aber sie klärt, dass Biegungen und Brechungen existieren, die ebenso wirklich sind, dass die Zeit auch für Forscher nicht steht und stehen darf, dass die Zeit vielmehr abläuft (Kinesis) und zugleich verändert (Metabole) – und viele Fragen hierzu einer Antwort bedürfen. Ja, es gibt Axiome – Regelsätze, die als sich selbst beweisend hingenommen werden – und es gibt Konventionen – Übereinkünfte, die man bis zur Gewohnheit als unumstößlich anerkennt. Jeder hält für gegeben, dass ein Dreieck drei Ecken zählt, ein Viereck vier Ecken, dass zu einem menschlichen Gesicht zwei Augen, eine Nase und ein Mund gehören. Und jeder sieht es so, nimmt es so wahr. Fast jeder. Denn tatsächlich sind weitere, nicht-dreidimensionale Formen denkbar, tatsächlich sehen manche Menschen sie und nehmen anders wahr, außerhalb der so genannten Normalität, welche die Sehgewohnheit einer Mehrheit beschreibt – sie leben in einer anderen Wirklichkeit.

Was der Einzelne für die Wirklichkeit hält, mischt sich aus Puzzleteilen zusammen. Das Bild, das sich ergibt, ist individuell. Mögen zwei Menschen über gleiche Chemie-Kenntnisse verfügen, schon durch ihr Abstammen aus zwei sich fremden Kulturkreisen kann die Wahrnehmung eines Gegenstands konträr ausfallen. Wahrnehmung beruht auf sachlichen Gegebenheiten, auf der Einschätzung der Situation, vor allem auf der Verschmelzung des äußerlich sichtbaren mit dem innerlich denkbaren. Beispiel: Wo der Vietnamese die Drachenfrucht genießt, scheut der Bayer: Was er nicht kennt, isst er nicht. Ein einfacher Unterschied, den eine bloße Urlaubsreise überwinden kann.

Ein Unterschied höherer Qualität sind physikalisch bedingte Gegensätze. Ein Mensch mit Maculadegeneration (eine Augenerkrankung, mit der rund zwei Millionen Deutsche leben) sieht in einem Gesicht möglicherweise vier Augen, dafür keine Nase. Für ihn eine Normalität. Nun mag man dies als Behinderung, gleichsam eine Fehlnehmung deuten. Für Sradj beweist es vielmehr, dass andere Formen der Wahrnehmung schlicht Wirklichkeit sind. Und darin findet sich ein Kern der Studie: Sie zeigt, so Sradj, „dass die Wirklichkeit weit mehr ist als die bekannte Betrachtungsweise“. Die hat sich zwar über Jahrhunderte entwickelt. Aber sie muss weiterentwickelt werden – darum geht es. Euklid machte einen Anfang, mit fraktalen oder metabolischen Mustern ist das Ende nicht erreicht.

 

Sradj und Dinnes schildern die Hilfskonstrukte, die Physiker und Mediziner, Philosophen und Künstler schufen, um Raum und Zeit (be-)greifbarer zu machen, von der Geometrie über die Zeitlehre Aristoteles´ bis zum Surrealismus. Neu allerdings führen sie die Wahrnehmungsphysiologie, Wahrnehmungspathologie und Ophtamologie (Augenheilkunde) als Grundlage einer anwendbaren Kunsttheorie ein. Was Sradj, der auch Philosophie studierte, erläutert und entwickelt, macht Dinnes parallel bildhaft. Die Interaktion von Bild und Begriff mündet in ungekannte, notwendige  Entwürfe und Darstellungen über die Phänomenologie der Zeit. Denn nur ein eindimensionaler Mensch, wie ihn einst Herbert Marcuse beschrieb, geht mit naivem Kleingeist und Worten wie „die Achse des Bösen“ durch die Welt, blind für die Welt.

 

Eine weitere Sonderheit ihrer Arbeit: Sradj und Dinnes tragen nicht nur Theorien und Definitionen, sondern auch „Wertigkeiten“ zusammen, wie Dinnes sagt. Der phönizische Fundus Sradjs (er stammt aus Syrien) trifft da auf jenen des abendländischen Dinnes, der sezierende Mediziner trifft auf den fusionierenden Maler. Interkulturell, interdisziplinär – so wollte das Duo arbeiten, so sollte Wahrnehmung entstehen und wirken.

 

Ziel von Sradj und Dinnes ist es zu verdeutlichen, dass verbreitete Konventionen nicht verbindlich sind, dass gebräuchliche Wahrnehmung nicht gesetzte Wahrheit sein muss. Ein Deutscher etwa nimmt das Vorgehen von Textilkonzernen als gegeben wahr, wonach weltweit eben da hergestellt wird, wo es gerade am billigsten ist. Ein Fall von Falschnehmung, so Dinnes. Denn dass die Industrie damit Gesellschaften „verwüstet“, entzieht sich gedanklich. Wäre nicht eine bessere Wahrnehmung zu sagen: Wo ein Konzern verkauft, wo er Infrastruktur nutzt, wo er Leistungen einer Zivilisation abruft, dort muss er produzieren und durch das Bieten von Arbeit den beanspruchten Kredit zurückzahlen?

Eine rhetorische Frage, in der Praxis stets unlogisch beantwortet. Der Gedanke, den Sradj und Dinnes aber fordern, lautet: Die euklidische Struktur, das Denken in Linien und Vierecken, lässt den Menschen selbst kleinkariert werden. Der Kleinkarierte indes ist in einer global vernetzten Welt ein Fremder und muss es sein. Denn nur jener, der Zusammenhänge jenseits der Grenzen seines   gedanklichen Gemüsebeets sucht, schaut und in sich aufnimmt, nimmt wirklich teil.

 

Sradj kratzt zudem an den Krusten eines Akademismus, der pragmatischer Philosophie in Deutschland verächtlich begegnet. Der Universitätsprofessor etwa ist hier ausschließlich Theoretiker, der Arzt ausschließlich für Therapie zuständig, der Bürger derweil fürs Zuhören und Befolgen. So einfach kann es sich ein System einrichten, so einfach funktioniert die Wirklichkeit nicht. „Wir leben in einem System, das über uns steht wie eine Wolke“, sagt Sradj. Eine Wolke kann vor gefährlichen Strahlen schützen. Sie versperrt jedoch vor allem die Sicht. Wieso sollte jener Mensch mit Maculadegeneration nicht versuchen, soviel wie möglich über seine andere Art des Wahrnehmens und den Umgang damit zu lernen? Wieso sollte das Verhältnis zu seinem Arzt nicht durch ein Miteinander geprägt sein, das die Therapiehierarchie durchbricht, in welcher allein der Mediziner spricht, der Patient nickt?

 

Wissen darf nicht Ausdruck einer Herrschaft sein, sagt Sradj, Wissen muss Menschen gewinnen. Die Wirklichkeit erlebt Sradj anders: Wissen drückt hier Herrschaft aus, während das bürgerliche Fußvolk geistig verarmt. Auch eine Falschnehmung. Eine besonders deutsche? Nein. In anderen westeuropäischen Ländern verhält es sich nicht anders. „Das ist der Stamokap (Staatsmonopolismus) in der Wissenschaft. Wer nicht institutionalisiert ist, ist ein Scharlatan“, kritisiert Sradj.

 

Um Falschnehmung zu erkennen, braucht es Bildung. „Nur, was wir denken, sehen wir auch“, sagt Dinnes. Die Pisa-Studie, ebenso jene der OECD, belegten allerdings, dass das Wissen schwindet. Sradj erscheinen die Pisa-Ergebnisse als „Spätschäden“ eines Bildungssystems, das schon an den Universitäten und nicht erst an den Schulen verbohrt und verkümmert ist. Dass ihre Arbeit in Deutschland bislang nicht resonierte, überrascht Sradj und Dinnes da kaum. Mit dem Zweiten Weltkrieg und der Flucht vieler Wissenschaftler starb der Forschungszweig, der sich mit Wahrnehmungstheorie beschäftigte. Und mit dem Informationszeitalter verbleicht „die Autorität des Individuums“, das eigene Ideen Problemen entgegen stellt. Ferner greift in Deutschland ein paradoxer Konservativismus um sich: Jeder erkennt den Zwang zu Innovation und Reform, jedoch manche vermögen nichts anzutasten, andere könnten, fühlen sich durch Änderungen aber gestört und blocken. Wer aber die Strukturprobleme des Landes nicht formulieren kann oder will, trifft letztlich auf eine Variante von Falschnehmung. Und das Land leidet.

 

Sradj und Dinnes öffnen Schranken und überwinden die Grenzen. Durch Fantasie und Kreativität erschließen sich Horizonte, die über Kandinskys euklidische Bilder und Dalis weiche Uhren hinausgehen. Der Punkt wird zum Dreh- und Angelpunkt, die Linie zum Zeiger, die Fläche zergliedert sich und weitet sich zu neuen Formen. Polyaxiale Chronometrie und Ästhesieographie lassen Zeit und Raum in neuem Licht erscheinen - eine Orientierung hin zur veränderten Wirklichkeit, Schritte hin zur tatsächlichen Wirklichkeit.

 

 

PROJEKT "KAIROS"

Studie zur Wahrnehmungsphysiologie

Wahrnehmung und Falschnehmung von Raum und Zeit

 

         INHALT

02.    VORWORT

03.    Wahrnehmung und Falschnehmung von Raum und Zeit

04.    Raum – Zeit – Materie , Trinität

05.    Das Nichteuklidische (Hyperbolische) die kontraktile Kurve

06.    Das Nichteuklidische – Sphärische - die Dilatation  

07.    Euklidische und nichteuklidische Strukturen und Interaktion

08.    Das Zirkuläre und der Wettbewerb von Zentrum und Peripherie

09.    RAUM UND RÄUMLICHKEIT  

10.    Zeit und Zeitlichkeit 

11.    Das Fraktale in Raum und Zeit  

12.    Die Irrationalität von Natur und Geschichte

13.    Bewegung und Ruhe  

14.    ZWISCHENSTAND: „WEST-ÖSTLICHER DIVAN“( Hommage an J. W. v. Goethe)

15.     Ästhesieographie der Zeit  

16.   Versuch einer pictographischen Ableitung

17.   TRIANGULÄRE METAEUKLIDISCHE TRANSFORMATIONEN

18.    Versuch einer kulturhistorischen Adaption

19.     Bild und Begriff

 

Conception, idea and realisation by Dr. Nadim Sradj and Prof. Manfred G. Dinnes  -  © Copyright by Sradj / Dinnes 2002

 

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aktualisiert am 12.09.08 von Prof. M. Dinnes    -   © by Dinnes.net